Für Hermann Frommhold: 20 Jahre Vorsitzender der Gesellschaft der Freunde der Schlosskonzerte Bad Krozingen e.V.
Franz Schubert: Klaviertrio B-Dur D 28
Ludwig van Beethoven:
Klaviertrios D-Dur op. 70 Nr. 1 „Geistertrio“ und Es-Dur op. 70 Nr. 2
Während Beethoven an seinen Sinfonien Nr. 5 und 6 arbeitete, hielt er sich in Floridsdorf auf dem Gut der Gräfin Marie Erdödy auf. Zum Dank für ihre Gastfreundschaft widmete er ihr die beiden zur gleichen Zeit entstandenen Klaviertrios op. 70, die im Winter 1808 mit dem Komponisten am Flügel im Haus der Gräfin zur Aufführung kamen. Seine Klaviertrios zählen zu Beethovens originellsten Kompositionen. Wie ein Fanal stehen sie als dreiteiliger Zyklus Opus 1 am Anfang seines nummerierten Werks, mit jeweils vier Sätzen in eine erweiterte, dem Streichquartett ebenbürtige Form gebracht.
Im Trio op. 70 Nr. 1 belässt er es allerdings bei drei Sätzen: das geheimnisvolle Largo assai, dem das Werk seinen Beinamen „Geistertrio“ verdankt – es erinnerte Carl Czerny an die Geisterszene in Shakespeares Macbeth – ist ein Solitär, der keinen weiteren Mittelsatz neben sich erlaubt und sogar noch auf das Es-Dur-Trio Einfluss zu nehmen scheint: Hier verzichtet Beethoven auf einen langsamen Mittelsatz, sieht dafür zwei Allegretto-Sätze vor: der erste voller Überraschungen, der zweite in As-Dur zum Mitsingen schön. Eröffnet wird der Abend mit dem einsätzig gebliebenen Klaviertrio B-Dur D 28, in dem sich der fünfzehnjährige Franz Schubert erstmals mit der Instrumentalverbindung von Klavier und Streichern auseinandersetzt.
Gottfried von der Goltz, Violine
Annekatrin Beller, Violoncello
Sebastian Wienand, Hammerflügel
Der (Barock)geiger Gottfried von der Goltz ist als künstlerischer Leiter des Freiburger Barockorchesters international bekannt, illustriert durch eine breite Diskografie: Vor allem die CD-Einspielungen der lange zu Unrecht vergessenen Musik des Dresdner Barock und der vier Bach-Söhne haben seinen Ruf als Spezialist gefestigt. Neben seinen Auftritten mit dem FBO ist Gottfried von der Goltz regelmäßig Gastdirigent und Solist bei den Berliner Barocksolisten, dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn, dem hr-Sinfonieorchester und anderen Ensembles. Für einige Jahre war er dem Norsk Barokkorkester als künstlerischer Leiter eng verbunden. Gottfried von der Goltz hat auch eine große Leidenschaft für Kammermusik, der er in unterschiedlichen Formationen nachgeht. Als Professor an der Hochschule für Musik Freiburg ist er ein gefragter Lehrer für barocke und moderne Violine.
Annekatrin Beller begann im Alter von 11 Jahren mit dem Cellospiel. Sie studierte modernes Violoncello bei Martin Ostertag in Karlsruhe und setzte ihr Studium des Barockcellos an der Schola Cantorum Basiliensis bei Christophe Coin und Petr Skalka fort. Wichtige Impulse für das Barockcello erhielt sie außerdem durch Kristin von der Goltz, Jaap ter Linden und Phoebe Carrai. Annekatrin Beller lebt als freischaffende Cellistin in Freiburg und spielt mit renommierten Ensembles unter Dirigenten wie René Jacobs, Pablo Heras Casado oder Theodor Currentzis. Regelmäßige CD-Aufnahmen runden ihre Tätigkeit als Continuo-Cellistin und Orchestermusikerin ab. Seit 2013 ist sie Mitglied des Ensembles „Der musikalische Garten“, mit dem sie mehrfach Preisträgerin von internationalen Wettbewerben wurde.
Sebastian Wienand wurde vom International Record Review als „enorm engagierter und großzügiger Teamplayer“ gefeiert. Der Opus-KlassikPreisträger erhielt seine Ausbildung an der Schola Cantorum Basiliensis. Seine rege Konzerttätigkeit führte ihn als Solist, Ensembleleiter, Kammermusiker, Orchestermusiker und musikalischer Assistent von Shanghai über Wien und Berlin bis nach Buenos Aires. Regelmäßig ist er Gast bedeutender Festivals, darunter „Mostly Mozart“ in New York. Sebastian Wienand ist Mitglied des Freiburger Barockorchesters, gehört dem Zürcher Kammerorchester an und pflegt musikalische Partnerschaften mit Maurice Steger (Blockflöte), Avi Avital (Mandoline) und Sunhae Im (Sopran). Sehr erfolgreich war er zuletzt mit den Aufführungen von Mozarts Konzert für zwei Klaviere KV 365 zusammen mit Kristian Bezuidenhout.

