Instrumente der Sammlung auf Tonträgern: Konzert und CD-Präsentation
Die deutschen Komponisten Heinrich Stiehl und Carl Schuberth hat es im 19. Jahrhundert weit in die Welt hinausgeführt. Beide lebten und wirkten eine Zeit lang in St. Petersburg: Schuberth als Cellist, Pädagoge, Musikdirektor der Universität und Dirigent der Kaiserlichen Hofkapelle. Stiehl zunächst als Organist an der evangelischen St. Petrikirche. Schuberth widmete seine Sonate op. 43 Karl Dawydow und dem Pianisten Anton Rubinstein. Als dieser Direktor, des ersten, von ihm mitbegründeten russischen Konservatoriums in St. Petersburg wurde, berief er Stiehl als Orgelprofessor. Dort unterrichtete der gebürtige Lübecker den jungen Peter Tschaikowsky im Fach Orgel. Seine Sonate op. 37 widmete er dem älteren Kollegen Schuberth. 1860 erhielt das Werk den Preis der Deutschen Tonhalle in Mannheim und hat deshalb den Beinamen Preis-Sonate. Für das Duo Seemann/Lange füllen die beiden Sonaten die Lücke im Cello-Repertoire zwischen Felix Mendelssohn und Johannes Brahms.
Martin Seemann, Violoncello
Mira Lange, Hammerflügel von J. B. Streicher, Wien 1864
Moritz Bergfeld, Tonmeister und Produzent
Aufgenommen vom Label Coviello Classics Ende März 2025 im Schloss Bad Krozingen
Mira Lange und Martin Seemann sind Mitglieder des 2013 in Berlin gegründeten Ensembles WUNDERKAMMER. Seemann studierte bei Wolfgang Böttcher in Berlin und Ivan Monighetti in Basel und konzertiert auf dem modernen sowie barocken Violoncello. Als Solist und Ensemblemusiker im Hoffmeister-Quartett sucht er systematisch nach neuem Repertoire. Seine Klavierpartnerin Mira Lange studierte Cembalo und Blockflöte in Frankfurt am Main, ist Preisträgerin des Telemann- Wettbewerbs in Magdeburg und konzertiert neben WUNDERKAMMER auch mit den Ensembles astrophil & stella und der Lautten-Compagney. Mit den beiden Sonaten von Carl Schuberth und Heinrich Stiehl haben Seemann und Mira Lange Musik von zwei weitgehend vergessenen Komponisten wieder ans Licht geholt und im Frühjahr 2025 mit dem Hammerflügel von Streicher & Sohn (1864) in Bad Krozingen für eine CD aufgenommen. Klaus Harer vom Deutschen Kulturforum östliches Europa, Potsdam, ermöglichte diese Produktion.

